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Konzepte der Technikfolgenabschätzung

In der Technikfolgenabschätzung unterscheidet man in verschiedene Formen und Konzepte. Es existieren sechs wesentliche Formen, die am häufigsten angewandt werden und noch einige weitere die nur theoretisch existieren und nur sehr selten von einzelnen TA-Einrichtung praktiziert werden.

Parlamentarische Technikfolgenabschätzung (PTA)

Diese TA wendet sich direkt an ein Landesparlament und wird dort entweder von den Mitgliedern des Parlaments selbst oder in dessen Auftrag durchgeführt. Auch die Bundesregierung in Deutschland hat eine solche, eigene TA-Einrichtung; eine ähnliche findet man ebenfalls in England. Länder wie Frankreich und Finnland haben eigene Mitglieder, die in einer PTA wirken. Es gibt auch die Form einer Technikfolgenabschätzung, die außerhalb des Parlaments praktiziert werden. Beispiele für eine “externe” PTA (kurz auch EPTA genannt) findet man in Dänemark, der Schweiz und in den Niederlanden. Einen Vergleich der verschiedenen PTA findet man als PDF bei pacitaproject.eu.

Experten Technikfolgenabschätzung

Diese Form wird oftmals als die traditionelle oder auch klassische TA bezeichnet und umfasst die Tätigkeit von Experten auf diesem Gebiet aus unterschiedlichen Disziplinen. Der Input der Experten Technikfolgenabschätzung erfolgt nicht wie bei der PTA direkt, sondern durch schriftliche Stellungnahmen, Interviews und Gutachten. Die Input-Geber sind dabei Interessenvertreter aus verschiedenen Bereichen der Wirtschaft und Wissenschaft.

Partizipative Technikfolgenabschätzung (pTA)

Bei der Abkürzung dieser TA ist zwingend auf die Groß- und Kleinschreibung des “p” zu achten, da sie ähnlich wie die PTA geschrieben und daher schnell verwechselt wird. Bei der partizipativen Technikfolgenabschätzung werden verschiedene Gutachter auf eine systematische Weise einbezogen. Diese Gutachter können durch aus auch normale Bürger (fachfremde Laien) oder auch Fachexperten wie Wissenschaftler sein. Je nach Stakeholder und deren Fachwissen umfassen die pTA verschiedene Methoden wie Fokusgruppen oder spezielle Workshops und werden je nach Ausrichtung auch “expert-stakeholder PTA” oder “public-stakeholder PTA” bezeichnet.

Konstruktive Technikfolgenabschätzung (CTA)

Die Abkürzung “CTA” stammt aus dem Englischen, wobei das “C” für “constructive” steht. Ursprünglich stammt die konstruktive Technikfolgenabschätzung aus den Niederlanden, wo man versucht hat, die Entwicklung neuer Technologie durch direkte Rückmeldungen aus der allgemeinen TA zu beeinflussen. Zentraler Punkt der CTA ist im Vergleich zu anderen Konzepten die stärkere Fokussierung auf soziale und ökologische Folgen, die bereits im Konstruktionsprozess angewandt werden. Daher spricht man auch von einer aktiven Technikfolgeabschätzung, da es bei der CTA um mehr als nur theoretische Entwicklungspraktiken geht.

Diskursive Technikfolgenabschätzung

Diese Form wird oftmals auch als “argumentative TA” bezeichnet, da hier die Vertiefung der öffentlichen Diskussion über Gesellschaft, Technik und Wissenschaft stattfindet. Um eine solche Diskussion zu fördern, werden unterschiedliche Gruppen aus der Gesellschaft, Politik, Technik und Wissenschaft einbezogen, die jeweils ihre eigene Position vertreten und sowohl die Rolle als Kritiker und auch Befürworter bestimmter Techniken einnehmen.

Medizin Technikfolgenabschätzung (HTA)

Auch hier kommt die Abkürzung “HTA” wieder aus dem Englischen, wobei “H” für “Health” steht. Bei dieser sehr speziellen Form der TA wird hauptsächlich auf die Bewertung von Technologien und Hilfsmittel aus dem medizinischen Bereich geschaut. Es werden bei der Medizin Technikfolgenabschätzung aber auch Organisationsstrukturen einbezogen, bei denen themenrelevante Leistungen erbracht werden. Untersuchungsgegenstand sind bei der CTA im Wesentlichen verschiedene Aspekte der Wirksamkeit und Sicherheit unter Berücksichtigung sozialer und ethischer Gesichtspunkte.